Wer wir sind

Andrea

„Als unser Sohn Felix plötzlich in der 39. Schwangerschaftswoche in meinem Bauch starb, änderte sich alles. Zuerst dachte ich: Die Welt ist von jetzt an eine andere. Aber das stimmte nicht. Inzwischen glaube ich, sie war in all ihrer Schönheit auch immer schon so: voller Leid und Schmerz. Aber seit Felix bin ich eine andere und wegen mehr denn je ein Teil von ihr.

Wir hatten das Glück eines wunderschönen Abschieds von unserem still geborenen Kind. Auch nach meinen 5 kleinen Schwangerschaften, die in Verlusten endeten, war da Raum für Trauer, Abschied und Verarbeitung. Das war vor allem durch die liebevolle und einfühlsame Begleitung von Profis und Freund*innen möglich. Leider weiß ich, dass nicht alle betroffenen Eltern dieses Glück teilen. Denn dazu braucht es das Wissen um die vielen Möglichkeiten, ein Kind selbstbestimmt zu verabschieden, das Danach zu gestalten und mit dem OHNE zu leben.

Darum hatte ich vor 3 Jahren die erste Idee zu diesem Blog. Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Trauer sichtbar werden darf. Eine Anlaufstelle auf der Suche nach Worten, die halten, was haltlos macht. So entstand nach und nach und mit der Unterstützung wundervoller Menschen “mit OHNE leben”.

Jedes OHNE, mit dem Eltern leben, ist einzigartig. Es kann roh und alles verändernd sein, schmerzvoll und schön zugleich. Hier darf es von Herzen und erzählt und von Herzen gehört werden. Jede Geschichte hat hier Platz.“

Andrea Kuhla arbeitet als Gemeindepädagogin und Pfarrerin in Berlin und ist Teil des Netzwerks ruach.jetzt. Neben Felix verlor sie weitere 5 Kinder zwischen der 7. und 11. Schwangerschaftswoche. Seither ist es ihr ein Anliegen, das Thema Trauer und Verlust zu enttabuisieren, Menschen auf ihrem Abschiedsweg zu begleiten und ihren Geschichten Raum zu geben.

Kim

„Unsere beiden Himmelskinder Paul und Rafael haben einen besonderen Platz in unserer Familie. Sie sind unsere Kinder, ohne die der Alltag läuft. Ohne die die Welt sich weiterdreht. Und wir mussten lernen, mit diesem ohne zu leben.

Wir lernten auch, was für uns dabei hilfreich ist und was eher nicht.

Und ich begann, als Pfarrerin besonders Familien mit Himmelskindern auf ihrem persönlichen Trauerweg zu begleiten. Bei Abschieds-und Erinnerungsritualen und bei der gemeinsamen Vorbereitung einer Beerdigung. In ausführlichen Gesprächen fanden wir miteinander heraus, was für die Eltern, die Geschwister, die Mit-Trauernden hilfreich sein könnte und probierten es aus.

Mit jeder Himmelskindfamilie, die ich begleiten darf, lerne ich neue Trauerwege kennen.

Ich bin unfassbar dankbar dafür, dass sie mich in dieser Ausnahmesituation in ihr Leben hinein lassen und mit mir teilen, wie sie mit ihrem OHNE leben.“


Kim Dilay Thiem ist Pfarrerin im Gemeindedienst und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Erdenkindern in Freiburg.

Elli

„Ich bin Inhaberin des Bilderbuchladens. Mit meinem Mann und unseren drei Kindern lebe ich in Berlin.

Zu unserer Familie gehören außerdem Vilma und Chase. Vilma ist unsere erste Tochter, sie ist im Krankenhaus still geboren, es gibt Fotos von ihr und wir haben sie auf einem Friedhof beerdigt. Mit Chase war ich schwanger, als hier schon zwei Kinder mit uns lebten, die diese kurze Schwangerschaft mitbekommen haben und Chase genauso mitdenken wie ihre große Schwester Vilma. 

Im Bilderbuchladen haben wir eine große Sammlung an Bilderbüchern zu Trauer. Die Geschichten in Text und Illustration führen mich tief in den Schmerz und trösten gleichzeitig, finden Worte für mein Erleben und lassen mich andere Arten zu trauern verstehen. Gute Bücher halte ich auch für geeignete Geschenke, wenn ich Trauernden, ob Kindern oder Erwachsenen, meine Anteilnahme ausdrücken möchte. 

Hier auf dem Blog mitOHNEleben wirst du Buchempfehlungen von mir finden.“

 

Elisabeth Breitenbach ist Inhaberin des Bilderbuchladens und lebt ihrer Familie in Berlin.

Wer hier schreibt

Frida

Friederike Goedicke (@nureinWunder) lebt mit ihrer Familie in Hannover. Ihr findet sie auf Facebook, Insta und Bluesky. Frida mag die Hashtags #1in4, #Himmelskinder und #dnkgtt. Sie hat immer Sehnsucht nach dem Meer, liebt Krimis, bäckt, wenn sie traurig ist und braucht viel Kaffee und Schokolade, um gut durch den Alltag zu kommen.  

Frida hat drei Kinder an der Hand und vier Himmelskinder. Ihre Kinder starben zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der Schwangerschaft, ohne dass genau herausgefunden wurde warum. Fridas hier veröffentlichten Texte stammen zumeist aus der Zeit der Sehnsucht und Trauer. Nach vielen Jahren, guten Therapien, Austausch in Elterngruppen und den besten Freund*innen und Wegbegleiter*innenn gehört sie zu denen, die ihre Himmelskinder in liebevoller Erinnerung hat und auch ohne Triggerwarnung gerne zum Zuhören, für erste Tipps und Gebete angefragt werden kann.